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Sprache, Psyche, Sex

Das Sein bestimmt das Bewusstsein

Freiheit und Laissez-faire

Die einst erwünschte Produktion von Orgelpfeifen war der modernen Gesellschaft eher hinder- als förderlich. Siehe auch den Napola-Film, auch auf Youtube zu finden (elf Teile). Der Mief der Adenauerzeit wich Genuss und Lebensfreude. In stark hierarisch bestimmten Strukturen lebt der Zwangscharakter aber gerne fort, also Militär, Polizei u.ä.; dort fühlt er sich wohl. Araber
Was aber Sache ist, verrät sich u.a. auch in der Sprache, bei Witzen (dort deutlich bei Kindern, wo es vor "Popogeschichten" nur so wimmelt) und bei Flüchen. Das, was am meisten unterdrückt werden muss, was am ägsten stört und niederzuhalten ist, wird kräftig "beflucht". Andere Völker fluchen auch wie wir, aber AUCH ganz anders: Angelsachsen, Franzosen, der ganze (katholische und arabische) Mittelmeerraum flucht kräftig genital, hierzulande so gut wie abwesend (wer´s dennoch tut, begeht eine schwere Ungehörigkeit, gesellschaftlich unmöglich): "you cunt, fuck, silly prick, c´est con ("con" ist das Engl. "cunt"), quel con, la connerie, baiser, putain, et ta soeur" und dergleichen.

Vada a bordo, cazzo - Geh an Bord, du Pimmel!

So lautet die korrekte Übersetzung; so fuhr der Hafenoffizier von Livorno dem Kapitän der gekenterten Costa Concordia wütend an und wurde zum Nationalhelden.
Bei uns hat die Flucherei eine ganz andere Qualität, was beweist, dass die kollekive Unterdrückung in der Kindheitsentwicklung an anderer Stelle, früher nämlich, in der analen Phase, erfolgte. Die deutschen Übersetzung würde "Du Arsch" lauten. Deutsche Zeitungen übersetzen z.B. das Ganze so: "Gehen Sie verdammt noch mal an Bord". Aber das trifft es nicht. Der Journalist fühlte sich bemüßigt, etwas zu tun, nämlich alles Sexuelle, ob nun genital oder anal, zu unterdrücken.
Die schwersten Flüche im gesamten Mittelmeerraum treffen übrigens die Frau - Mutter und Schwester (s. auch  "et ta soeur" gerade) - die aber gleich auch wieder die erzieht, die sie doch verfluchten, vergl. ähnlich oben. Dieses seltsame Verhältnis zur Frau spiegelt sich im Katholizismus bei der Spaltung in die verehrenswerte, asexuelle Heilige, die idealisierte Jungfrau, und die verachtenswerte Hure wider - La maman et la putain. Hier mal eine kleine Zusammenstellung zum Englischen und hier eine Fundgrube zum Spanischen.
Unvergessen Film Rom, offene Stadt, wo ein Fahrgast im Bus eine Riesenliste an Wörtern zum männlichen Attribut herunterrasselt. Das hörte schier nicht auf.
Im Französischen beschwört man übrigens etwas "beim Kopf seiner Mutter" - chez la tête de ma mère". Das ist sie wieder, die Heilige. Ansonsten wird ja oft ein Gott beschworen, von Denkenden allerdings auch nicht so doll.

Nicht nur immer lesen - feste ordern!

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Hier geht´s zu einer etwas anderen Baustelle: Sprache und Bewusstsein.