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Rache kalt genießen

Rachegefühle

Kalte Wut

Das Gesetz der Rache versus die Gesetze und die Rache

Luther

Manche besorgen sich einen Haufen Salz und streuen es auf den Rasen des Bösewichts in Form eine bösen Wortes - möglichst bei Regen, so dass die Spuren rasch verwischt sind. Nach kurzer Zeit vergilben die bestreuten Stellen.
Rachegenuss ist sicher bei der Vorstellung, dass der Übeltäter - und alle seine Nachbarn nun ein Wort lesen können, das seine wahre Natur beschreibt.

Rache ist ein mächtiger Antrieb. Ein Überlebensinstinkt, älter als die Steinzeit. Wurden wir angegriffen und schlugen nicht zurück, so bestand die Gefahr fort, immer wieder attakiert zu werden, bis der Feind uns eventuell erledigt hatte. Heute kann der Feind uns nicht mehr "erledigen". Unsere Gesellschaft ist insofern angstfrei .
Der Wunsch, Rache zu üben, treibt den Angegriffenen aber auch in modernen Gesellschaften zu unvernünftigen Handlungen. Was steckt dahinter, wenn zu Ende alle schlechter dastehen als zuvor?
Unser Problem liegt heute darin, dass dieser Urinstinkt wie eh und je fortbesteht, er ist tief verankert, ja kocht in bestimmten Situationen rasch hoch, wie bei Beleidigungen oder einer Zurückweisung. Lassen wir uns davon beherrschen, so fühlen wir uns hinterher oft mieser als vorher. Justiz und Religion versuchen sie zu kanalisieren und zu unterbinden. 
Während die Sühne sich bei uns meist in Geld ausdrückt, vielleicht auch Freiheitsstrafen, besteht sie in Form archaischer Rache in vielen Ländern fort.
So war gerade in der Presse zu lesen, dass ein Iraner unter Berufung auf das islamische Vergeltungsprinzip "Qisas" das Recht erhalten habe, dem Geliebten seiner Frau, der ihm Säure ins Gesicht geschüttet hatte, nun selbst Säure in die Augen zu träufeln, bis dieser erblinde. Statt der Blendung könne das Opfer aber auch ein Blutgeld verlangen (1).

Überschreiten wir bei uns die gesellschaftlich gesetzten Grenzen, so geraten wir oft mit den Gesetzen in Konflikt. Mahatma Gandhi sagt, “Auge um Auge macht die ganze Welt blind.” Aber so spricht Gott der Herr in der Bibel: "Auge um Auge, Zahn um Zahn" und "Die Rache ist mein, ich will vergelten". Bloß wollen die Verwalter dieser Religionsgemeinschaften nichts mehr davon wissen. Nach unserem Strafrecht mag der Vater, der den Mörder seines Kindes niederstreckt, bestenfalls eine Strafminderung erhalten, aber ins Gefängnis wandert er doch.

Bestellen nicht vergessen!

Zur Aneignung des weiblichen Körpers

Da wir zur Zeit durch so manchen Mitbürger die Rückkehr des Mittelalters erleben, sehen wir mit Staunen und Entsetzen archaische Strafgerichte, überwiegend gegen Frauen gerichtet, in Form sogenannter "Ehrenmorde" u.ä. Quälereien wie Handabhacken oder Blenden. Die Ehre wird durch Blut wiederhergestellt.
Die Regelung von Sexualität, konkret ihre Unterdrückung und damit die der Frau, ist DAS Geschäft aller Religionen. Wer darf wann, wie und und unter welchen Bedingungen, wobei "wer" immer männlich ist. Es ist augenfällig - in allen "Gottes"-Häusern - dass auch die Verwalter dieser Wahngeschichten immer männlich sind.
In Europa sind solche Strafen dank der Aufklärung passé, aber noch nicht lange. Die letzten Hexen wurden Ende des 18. Jhs verbrannt. Nachwirkungen gibt´s bis heute. In Alexis Sorbas - angesiedelt in den zwanziger Jahren des 20. Jhs - geht´s um eine Steinigung. Wer "Blutrache" googelt, findet zig Ergebnisse bis aus der jüngsten Zeit.

Was tun?
Der Kniff besteht nun darin, unser natürliche Gegenwehr zu kontrollieren und diese mächtige Kraft in eine ungefährliche, auch für uns unschädliche Handlung zu verwandeln. Den Stoff dazu gibt´ s hier im Shop.

Ansonsten: Religionen und Staat sind strikt zu trennen. Die Einbindung von - weiteren - Religionen in die Gesellschaft, Schulen, Rundfunkräte, Medien, Universitäten sowie die Alimentierung über Kirchensteuern o.ä. entwickelt sich zu einer unglaublichen Falle. Selbstverständlich sind auch unsere etablierten Kirchen gemeint.

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(1) Bericht der Regierungszeitung Iran,