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-Hass auf den Vater - Einknicken oder Gegenwehr und Rache

Rochus auf den Gott - Rache tut Not!

Gott und der Teufel - Denk- und Sprachverbote

Ja, vermutlich hassen viele ihren Gott, der sie knechtet, reglementiert, bedroht, unvorhersehbare Strafen und Schicksalsschläge auf sie niederprasseln lässt, immer dabei ist, Gedanken liest, alles weiß (1). Wie das? Nun, es heißt immer "Gott" ohne Geschlechtswort, aber immer "der" Teufel.
Sinn der Geschichte: man kann dem Gott nicht fluchen, kann ihm nichts anhängen, kein Eigenschaftswort hinzufügen. Das einzig vorkommende ist "lieb". Der "liebe Gott", vielleicht auch noch der "rächende" Gott, aber das ist auch kein Adjektiv. Immer wenn von "Gott" die Rede ist, so ist er schon gedacht, fertig, existent. Weder kann er selbst in Frage gestellt werden, noch sein Vorhandensein. Es gibt ihn wie selbstverständlich, und fertig. Eine Diskussion über seine Existenz ist ungehörig, widersinnig, verboten. Die Gläubigen verbieten sich das Denken und zumindest verbale Rache an ihrem Unterdrücker. So funktioniert´s. Wer nicht glaubt oder zumindest zweifelt, probiere das mal aus und setzte fleißig den Artikel: "Dein komischer Gott", "Euer seltsamer Gott", "der grausame Gott, an den Du glaubst ... ". Das sind ganz neue Erfahrungen, auch für den Angesprochenen. Gläubige allerdings werden davon allerdings kaum erreicht. Im übrigen gilt es ja als Zeichen von Intoleranz, gegen Religionen aufzutreten. "Jeder darf glauben, was er will!, etc. Ja, klar, im Privatleben, aber was ist Gutes daran, sich den größten Schwachsinn anhören zu müssen? Und was daran, von Wahnvorstellungen Befallene überall mitreden lassen zu müssen?
Eine Parallele zum Sprechverbot ist das Abbildungsverbot. Was Sache ist, verraten immer die starken Affekte (ähnlich wie beim eingangs erwähnten Ekel) , siehe die Folgen der Mohammed-Karrikaturen einer dänischen Tageszeitung. Auf die Spitze getrieben wird dieses Tabu im Judentum. Die Zeit schreibt:  Das Zweite Gebot war das allererste Sprachverbot: "Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen." Seitdem spricht kein frommer Jude das Wort "Gott" aus, sondern benutzt, sehr vorsichtig, etwa Haschem, "der Name". Ein toller Trick. So, nun verfluchen Sie mal jemanden, den es gibt und irgendwie doch nicht gibt, da man ihn nicht benennen darf.

Magisches DenkenRache für Missbrauch

Dieser allgegenwärtigen Begleiter, der alles weiß, kommt uns bekannt vor. Es ist eine kindliche Erfahrung zu einer Zeit, in der Außen- und Innenwelt noch nicht klar geschieden waren. Stößt sich ein Kind an einem Tisch, so hat der es "gehauen". Die Dinge tun etwas, sind belebt; die Puppe spricht, das Spielzeug will was. Das ist bekannt als magisches Denken. Die Eltern wissen alles, ja, sie können auch in den Kopf gucken - glaubt das Kind. Vermuten Eltern einen Regelverstoß, z.B. nicht ohne Erlaubnis an den Kühlschrank zu gehen, so sagen sie es dem Kind "auf den Kopf" zu oder fragen es. Von wegen: "Ich seh´s Dir an der Nasenspitze an!" Erst durch die Reaktion erkennen sie die Wahrheit hinter ihrer Vermutung, weil Kinder schlechte Lügner sind, denn sie haben ein schlechtes Gewissen, erfahren erst allmählich, dass die Dinge nach eigenen Gesetzen und unabhängig von ihnen existieren. Ihre Wahrnehmung ist noch ein großes Kuddelmuddel; man denke mal an die phantastischen Geschichten, die sie als wahre auftischen können. So glauben Kinder dann auch, dass die Eltern tatsächlich in den Kopf gucken können. Der "Gott-Vater" entspringt dieser kindlichen Erfahrung, eine wahrhaft kindliche Vorstellung. Infantile Vorstellungen fallen an Religionen allgemein auf. Im vorher erwähnten Buch Hiob finden wir diesen in der Kindheit erlebten Vater wieder.

Nicht nur immer lesen! - Tollen Mist ordern!

Pest, Plagen, Belzebub und sein Gott

Worum geht es? Gott und Teufel wetten darum, dass Hiob nicht von ihm abfallen werde, und wenn er noch so schlimme Plagen über ihn kommen lasse. Logisch passt die Geschichte überhaupt nicht, denn irgendwie würde der Gott ja mit sich selbst wetten, ist er doch allmächtig und hat alles geschaffen, die ganze Welt, somit auch den Teufel. Demnach wäre es für ihn ein Kinderspiel, den Teufel so zu manipulieren, wie er will, also das Ergebnis von vorneherein zu bestimmen. Reine Augenwischerei das Ganze, aber Hiob muss das fiese Spiel aushalten. Aber wer fragte nach Logik bei Religionen ...?
Dieser Sadist, dieser Gott, lässt nämlich alle möglichen Katastrophen über seinen Knecht Hiob hereinbrechen, quasi aus dem Nichts. Verwandte sterben, das Vieh wird getötet, der Sturm zerstört das Haus, Hiob bekommt Geschwüre usw. Der Gott lässt ihn - über den Teufel - bis aufs Blut quälen. Hiob bekommt Zweifel, knickt ein, widerruft aber (2).
Mit dem heutigen, alten, schwachen, vielleicht bemitleidenswerten Vater hat er nichts zu tun. Aber mit dem früheren! Auch wenn wir ihn heute in unserer westlichen Gesellschaften wesentlich milder erfahren. Wie erleben Kinder den Vater, Respektspersonen? Er kann alles, ist stark, unbesiegbar, weiß alles, er ist allmächtig, mit einem Ruck kann er den kleinen ohnmächtigen Wicht, dem doch alles misslingt, bei dem alles kaputtgeht, in die Höhe reißen und durch die Luft fliegen lassen. Gefühlsmäßig gibt es Wechselbäder zw. Liebe, Güte, Verzeihen, Gnade, Toleranz usw. und aus dem Nichts herabprasselnde Verbote, Herrschsucht, Jähzorn, Drohungen, Selbstgerechtigkeit, Strafen usw. Das Kind würde seinen Peiniger gerne loswerden, er soll "weg", also tot sein (3). Pech nur, dass der Alte, der Vater, der Pater, der Herrgott im Himmel, der Allmächtige und Alleswissende in den Kopf gucken kann, wie es meint.

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1.) Das übliche, hier ziemlich ratlose Pfaffengebrabbel kann man beispielhaft hier nachlesen.
2.) Wie vorher schon mal erwähnt, führe man sich mal das Buch Hiob zu Gemüte.
3.) Angeprochen ist hier der Ödipuskomples, dessen andere Komponenten hier mal unter den Tisch fallen. "Erfunden" wurde er übrigens weder von Herrn Freud, noch von Herrn Ödipus, noch von sonst einem Griechen. Die haben ihn nur mal schriftlich festgehalten. Er war schon immer existent. Sinngemäß gilt das natürlich auch für Hiobs Erfahrungen.