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Die Rache unbedachter Erziehung

Rache ist Blutwurst

Rache ist ein Gericht, das man besten kalt serviertAusternessen

Zur Vertiefung noch drei weitere Beispiele, die allen Eltern verdammt bekannt vorkommen werden.
Die Patenmaus, damals so 10 Jahre, hat Hunger.
Mit viel Auswahl kann das der Verfasser nicht aufwarten, diese Kleinigkeit und jene, und hier auch noch Blutwurst.
Die Maus schmiert sich eine Scheibe Brot, schnibbelt ein paar Scheiben von der Wurst ab und hockt sich zum Essen auf den Balkon.
Zu Ende ist fast alles weg.
Der Verfasser lobt sie: Also, nie hätte es gedacht, dass ihr die Blutwurt so schmecken würde, das sei ganz schön tapfer.
Sie guckt verduzt, stochert mit der Gabel zwischen den Speckstücken in einer übriggebliebenen Blutwurstscheibe, piekt etwas heraus und fragt:
"Du meinst, das hier, das ist Bluuu-huut?"
"Ja, ist es, was dachtest Du denn? Habe ich Dir doch gesagt."
"Iiii, aber ich dachte, das würde nur so heißen!"
Ende des Blutwurstgenusses.

Touristikmesse Kolmar, Elsass.
Diverse Stände mit Delikatessen, darunter ein Austernstand. Große Ziererei, der Standinhaber spricht ihr auch zu, der Verfasser stellt schließlich fünf Euro Belohnung in Aussicht.
Gucken, beriechen, wieder kritsch beäugen, schließlich wandert nach viel Hin und Her eine Auster den Mund.
Rrrraus flog sie dann blitzartig, aber wirklich blitzartig, im Bogen auf den Boden der Halle, unter richtigen Konvulsionen und Würgen. Absoluter Ekel; sie hat sich geschüttelt.
Ende des Austernessen.

Ausflug zu den Drei Exen bei Häusern, Elsass.
In Egisheim eine kleine Stadtwanderung. Zur Freude des Verfassers gibt´s am oberen Stadttor an einem Stand eine Eselwurst zu kaufen, die das mitgebrachte Picknick gut ergänzen würde. Gleich schon Gequake, ja, nachher, aber die wolle sie nicht. "Versprich mir, dass ich nachher nicht ..." Dabei entspricht die Wurst völlig einer dieser französischen luftgetrockneten harten Salami, die sie mag. Einziger Unterschied also: diesmal steckt ein Esel drin.
Nach Erklimmung und Besichtigung der drei Ruinen wird zu Füßen der Burgen gerastet.

Die Drei Exen

- Nein, bitte, bitte, ich möchte keine Eselwurst.
Warum nicht?
- Die schmeckt nicht.
Du hast doch noch gar nicht probiert.
- Nein, aber die schmeckt nicht.
Hier versuch mal.
- Nein, nein, ich ess alles, auch ein Stück vom Appenzeller *, nur keine Eselwurst ... etc. etc.

Nach viel Trara und Tamtam und Springenlassen von vielleicht wiederum 5 Euro dann doch eine Scheibe, aber nur EINE! Der Verfasser hat vergessen, ob Tränen in den Augen standen.
"Nie wieder esse ich Eselwurst!"

Fazit: das Nichtessen hat ganz klar nichts, aber auch gar nichts mit Geschmack zu tun. Die völlige Ablehnung war in den beiden letzten Fällen bereits vorher da. Die störenden Gedankenverbindungen sind der Grund für die Verweigerung. Einmal war es das Blut, dann die Beschaffenheit und zuletzt das tote Tier, wobei andere Würste offenbar keine hochkommen lassen, denn die sind "normal", quasi immer Würste gewesen.
In diesem Fall kann die Mutter als Grund dieser Übels benannt werden. Sie übte mit einen wahren Terror mit fortwährenden Auforderungen zum Händewaschen aus, bis der Verfasser das mal durch kräftigen Einspruch abgestellt hatte. Aber da war der Schaden schon längst geschehen.

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* Ein überraschendes Angebot, denn das war bislang der Horrorkäse gewesen, weil er - na was wohl? - "stinke".