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-Christliche Miststücke

Rache an Lügnern und Verleumdern

Herabsetzung, Verdrehungen und Beleidigungen erfordern Bestrafung

Karlheinz Deschner ist eine internationale Kapazität auf dem Gebiet der Kirchengeschichte, selbst Christ, aber ein unbestechlicher Wissenschaftler. Wenn immer Bücher von ihm erscheinen, wird Druck ausgeübt, Zeitungsredaktionen werden angerufen, Rezensionen zurückgezogen usw.  Wenn das nichts fruchtet, versucht man ihn zu ignorieren, totzuschweigen.

Zärtlichkeiten

Hier ein kleines Beispiel, Brief Deschners an die Marler Zeitung, seinem Buch Opus Dei entnommen, um mal zu zeigen, wie die Geschichte funktionieren kann:
 

"Deschners Solo in der insel"
oder
Wider zwei evangelische Verleumder

Karlheinz Deschner
8728 Haßfurt, 7.2.1987 Goethestr. 2

Einschreiben

An die Redaktion der "Marler Zeitung"

Sehr geehrte Redaktion,
bezugnehmend auf das Ihnen bekannte Pressegesetz fordere ich höflich folgende Berichtigung an der gleichen Stelle der Besprechung meiner Lesung in Marl:

l. Falsch ist, wenn die "Marler Zeitung" am 2.2.1987 unter der Überschrift "Deschners Solo in der Insel: Mit Wortgewalt gegen das Christentum" behauptet, daß Deschner "am Ende seiner Lesung in der insel-Bibliothek sich den Applaus verbittet und statt dessen seine Hörer um (materielle und ideelle Unterstützung) angeht". Richtig ist, daß ich seit über zwei Jahren, nach der größten Erschütterung meines Lebens, keinen Beifall mehr wünsche, was ich dem Auditorium jeweils mit etwa denselben Sätzen sage; in Marl, laut Tonbandaufzeichnung der "insel", so: "Ich bitte Sie, nicht zu applaudieren. Wenn Sie statt des Applaus[es] für mich, des Beifalls für mich, irgend jemand, materiell oder nicht zuletzt psychisch, nicht mir etwa, etwas Beistand geben, ist das viel sinnvoller."

Ihre Referentin hat dies perfid verdreht (oder geschlafen) hat daraus eine Art Almosen-Appell gemacht und geschrieben: "Man möchte seine Bücher fast schon aus Mitleid kaufen ..." Sie hätte vor der Niederschrift den einen oder anderen der rund einhundertfünfzig Hörer oder das (sichtbar mitlaufende) Tonband befragen können; sie verantwortet es, wenn ihre dem Tenor des Artikels entsprechende Verleumdung andere Zeitungen oder Bücher übernehmen, was nicht zum erstenmal geschähe.

Meine "Kriminalgeschichte des Christentums", aus der ich las, liegt vier Monate nach ihrem Erscheinen in vierter Auflage vor. Ich werde, so die kleine Rowohlt-Broschüre "Über Karlheinz Deschner. Leben, Werke, Resonanz", "durch einen großherzigen schweizerischen Mäzen" gefördert. Doch auch ohnedies fiele es mir im Traum nicht ein, mein Publikum um materielle und ideelle Unterstützung" anzugehn. Nicht im Traum wünschte ich, man möchte meine Bücher "aus Mitleid kaufen". Ich habe einige Millionen Leser und vermute, noch keiner hat ein Buch von mir aus Mitleid gekauft. Es gibt ganz andere Gründe, meine Bücher zu kaufen. Doch die christliche Berichterstatterin hat keine Gründe, mich zu widerlegen. Und weil sie - ganz typisch - kein einziges meiner Argumente entkräften kann (sie macht nicht einmal den Versuch), wird sie hämisch und schreibt die Unwahrheit.

Miststücke mit Mist bewerfen - Bestellung nicht vergessen!

Und weil auch sonst mich niemand Lügen strafen konnte, unterstellt sie mir "rechthaberische Arroganz" und meint, ich konnte mich "in der arroganten Selbstherrlichkeit des Allein-Wissenden baden". Wer mich kennt, weiß, daß ich am liebsten gar nicht diskutiere; wirklich wohl fühle ich mich, beruflich, nur am Schreibtisch. Wer mich kennt, weiß, daß ich alles andere als arrogant bin, ausgenommen gegenüber ganz bestimmten Typen. Und die Meinung, die ich tatsächlich hege, daß ich nach jahrzehntelanger Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums (in einer hundertstündigen Arbeitswoche) darüber vielleicht etwas mehr weiß als mancher Meßdiener oder mancher meiner Zuhörer, ist ja wohl nicht Ausdruck arroganter Selbstherrlichkeit. Den "Allein-Wissenden" können wir auf sich beruhen lassen. Ich halte Wissen cum grano salis für ein Unglück, allerdings (menschliches) Nichtwissen erst recht. Ich beurteile die Wissenschaft, besonders die Geschichtswissenschaft, skeptisch und glaube überhaupt, je älter ich werde, daß die kleinste Hilfe mehr taugt als der größte Gedanke.Die etwas andere Geschenkidee

2. Falsch ist, wie die "Marler Zeitung" noch in der Überschrift behauptet: "Lesung ließ keine Gegenrede zu". Richtig ist, daß es eine lange Reihe von "Gegenreden" gab, meist mehr fragende, doch auch widersprechende. Ich fordere fast stets, auch, täuscht mich nicht alles, in Marl, zum - methodischen - Zweifel, ja, zum "Unglauben" mir gegenüber ausdrücklich auf, weil ich - arrogant! - meine, es mir leisten zu können, ganz im Unterschied zu jenen, die immer an den Glauben appellieren und appellieren müssen. Allerdings fordere ich dann auch, beide Seiten zu vergleichen, das heißt zu denken, selber zu entscheiden, nicht aber nachzubeten!

3. Falsch ist: "Was während der zweieinhalbstündigen Veranstaltung nicht möglich war, begann im Anschluß in kleineren Gruppen: die Diskussion." Richtig ist, daß ich eineinviertel Stunden las und daß danach ebenso lang diskutiert worden ist. Sollte die Hörer wirklich, wie das Blatt behauptet, die "Wortgewalt des Kirchenkritikers erschlagen" haben, lag das jedenfalls nicht nur an mir. Doch bin ich (darin sogar dem hl. Paulus ähnlich, an dessen Seite mich wenig drängt) in (mündlichen) Debatten durchaus nicht wortgewaltig: die Sache spricht mehr für sich als ich für die Sache sprechen kann (was bei Paulus anders aussieht).

4. Wenn die christliche Berichterstatterin "ein Streitgespräch mit einem Theologen ... zumindest fairer" gefunden hätte, hing auch das nicht von mir ab, sondern vom Veranstalter, dessen gutes Recht es ist, eine Lesung ohne Streitgespräch anzusetzen, übrigens fast ausnahmslos die Regel. Und wünschte die "Marler Zeitung" denn je nach dem Vortrag eines Theologen ein Streitgespräch mit einem Kirchengegner? Ich wette meinen Kopf: noch nie! Doch warum umgekehrt? Gibt es überhaupt bei Predigten Streitgespräche? Gibt es nach Predigten auch nur eine Diskussion? Nach dem "Wort zum Sonntag" etwa? Das läßt nämlich weniger die "Würde" der Sache als die Sache nicht zu! Auch wurden Theologen zum "Klingenkreuzen" mit mir und anderen Kirchengegnern schon dutzendweise eingeladen - so gut wie keiner kam. Sie können es sich nicht leisten. Sie scheuen das sachliche Unterliegen und die kritische Aufklärung wie die Pest.

5. Die Regel ist so jener Pfarrer - evangelisch, wie die Berichterstatterin -, der mich in einem vierspaltigen Artikel der "Marler Zeitung" bereits diffamierte, noch bevor ich dort las; der sich erregte, weil man "mit einem solchen Literaten" aufwarte, durch mich "in Stürmermanier abgekocht" werde, ich "zum Ende der Kultur" führe (für die ich vermutlich etwas mehr tat und tue als er), weil bei mir "beste Stürmer-Mentalität und Schlagworte wiederkehren, die im 3. Reich zur Vernichtung Andersdenkender und rassisch Aussortierter geführt haben". Mann! Habe ich denn Lügen und Greuelmärchen über die Juden verbreitet!? Habe ich denn die Juden mit Schweinen verglichen, sie "schlimmer als eine Sau" geschimpft!? Habe ich denn für Ausübung ihres Gottesdienstes die Todesstrafe gefordert, ein Verbot ihrer Schriften, Zerstörung ihrer Häuser, ihrer Schulen, Synagogen, auf daß sie "ewiglich" verschwänden "unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, daß wir Christen seien"!? Schrieb ich dies und derlei Hochverbrecherisches sehr viel mehr? Nein, Martin Luther schrieb das, in dessen Kirche Sie Pfarrer sind! Luther, auf den Streicher, der Stürmer-Boss, in Nürnberg sich mit Recht berief! Und er wirft mir "Stürmermanier", "Stürmer-Mentalität" vor!

Ja, weiß dieser Mensch wirklich nicht, daß schon im 4. Jahrhundert Christen Synagogen in Brand gesteckt und Bischöfe sich mit den Brandstiftern flammend solidarisch erklärt haben? Weiß dieser Mensch wirklich nicht, daß Hitlers Judenstern auf das mittelalterliche Papsttum und Kirchenrecht zurückgeht? Daß die berüchtigten Stürmer-Sprüche "Kauft bei keinem Juden!", "Der Teufel ist des Juden Vater", von christlichen Heiligen stammen? Weiß dieser Mensch wirklich nicht, daß die blutrünstig lange christliche Judenverfolgung direkt in Hitlers Gaskammern führt? Weiß dieser Mensch wirklich nicht, wie begeistert gerade seine, die Evangelische Kirche Deutschlands mit Hitler und den Nazis paktierte? Daß sie in vielen Landeskirchen sogar die evangelischen Juden als nicht rasserein ausschloß? Dann fordere ich ihn zu einem Streitgespräch in Marl heraus - sage aber gleich: er wird kneifen. So wie schon einmal, als er erst, vierspaltig, in bester Pfaffenmanier, mich persönlich besudelt, auch "die faire Chance einer Gegendarstellung" vermißt, dann aber, bei meiner Anwesenheit in Marl, selber durch Abwesenheit geglänzt hat; er wußte warum.
Nicht genug, dieser Mann suggeriert, ich vertrete eine "Herrenmoral" und bekämpfe die "Mitleidsethik". In Wirklichkeit wurde gerade das Mitleid, wurde gerade mein Unvermögen, Leid, Unrecht, Gewalt ertragen zu können, zum Hauptmotiv meines Schreibens, was alle meine Schriften bezeugen. Wie ich denn auch aus brüderlichen Gefühlen für die Tiere weder Fleisch esse noch Fisch. Dieser Diener Gottes aber lügt, ich, Karlheinz Deschner, erkenne "keine Werte des Menschen mehr als maßgeblich an, außer dessen absolute Freiheit und Macht".
In summa: Der Erguß des evangelischen Herrn erinnert mich, wie jener der evangelischen Dame, an einen (aus dem Gedächtnis zitierten) Satz von Karl Kraus: Die Verzerrung der Realität im Bericht ist der wahrheitsgetreue Bericht über die Realität.

Mit vorzüglicher Hochachtung
Karlheinz Deschner

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PS: Deschner bezeichnet sich selbst als Christen, kritisiert in seinen Werken nicht den Glauben, aber den Apparat, die Kirche. Auf einer Webseite heißt es: 
"Er heiratete 1951 seine Lebensgefährtin, die geschiedene Elfi Tuch. Aus dieser Ehe gingen die Kinder Katja, Bärbel und der 1984 verstorbene Thomas hervor. Die katholische Kirche stellte öffentlich die Exkommunikation des Ehepaars wegen ihrer ungültigen Verbindung fest."
Kann man sich das vorstellen?