Unordentliche sechziger Jahre
Auflösung von Geschlechterrollen
Erst in den Sechzigern begannen sich die alten, rigiden Erziehungsmuster zu lockern. Bei jedem gesellschaftlichem Wandel hinken die alten Strukturen immer den tatsächlichen Erfordernissen, der wirtschaflichen Grundlage, hinterher. Die Gesellschaft wurde offener, freier, lockerer - man wurde nicht mehr erschossen, wenn man den heiligen Rasen betrat, nicht mehr gesteinigt, wenn man sonntags den Garten bestellte, der Schuldirektor, der Chef auf der Treppe mit der Uhr in der Hand hatten ausgedient, die Pensionswirtin fragte nicht mehr, ob man verheiratet sei, die Haare wurden länger, das Erscheinungsbild weicher, der Rocksaum rutschte höher, die Mädchen durften Hosen tragen, die Krawatte wurde bunt, und der Zivilisationsmüll auf den Bürgersteigen, in der Landschaft usw. nahm kräfig zu. Aber ordentlich! Eine befreundete Engländerin, die Deutschland gut aus den Siebzigern in Erinnerung hat, kommt angesichts des Mülls auf Feldern und Wiesen, an Wegrainen nicht mehr aus dem Staunen heraus (1).
Fairerweise ist anzumerken, dass mittlerweile ein Viertel der Bevölkerung einen Migrationshintergrund und somit meist einen anderen Erziehungsstil genossen hat, einen anderen "Sozialisationshintergrund" auf Neudeutsch. Mülltrennung in manchen Stadtvierteln von Berlin oder anderen Großstädten ist sinnlos. Sie funktioniert nicht. Die Leute sind psychisch anders "gestrickt" (2). Das sagen sie ja indirekt selbst, denn wenn ihnen an uns die "Sauberkeit" auffällt, müssen sie anders sein.
Der alte Charaktertypus hatte im Westen ausgedient; das Sammeln von Völkern und Gebieten war endgültig gescheitert. Weitere Eroberungen waren über wirtschaftliche Beherrschung risikoloser und billiger geworden.
Der einzige moderne, westliche Staat, der in mittelalterlicher Manier das feudale Raubrittertum fortzusetzen scheint, weiter Dörfer, Städte, Gebiete und Menschen sammelt, die ansässige Bevölkerung verjagt und somit sein Territorium auf Kosten anderer auszudehnen versucht und dabei die ganze arabische und muslimische Welt in Brand setzt, ist Israel (3).
Gefragt waren nun statt Kadavergehorsam mitdenkende Mitarbeiter, die ihre Erfahrungen, ihren Erfindungsgeist und ihre Intelligenz z.B. in Form von Verbesserungsvorschlägen miteinbringen wollten, keine Befehlsempfänger.
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1) Der Freiburger Wochenbericht v. 14.4.10 zitiert einen Mitarbeiter der Stadtreinigung zum Thema Müll am Dreisamuferweg: "Da können zehn Mülleiner stehen, die Leute werfen ihren Dreck trotzdem auf den Boden".
2.) Vermutlich läuft auch ein guter Teil der sogenannten Entwicklungshilfe deswegen ins Leere. Wer Bamako gesehen hat, wird sich an die Langsamkeit, das Schläfrige, das Sitzen, das Warten usw., gerade bei Männern, erinnern. Wirklich aktiv scheinen nur die Frauen zu sein. Nicht, dass das hier runtergemacht werden sollte, aber es ist hoffungslos passé; es passt nur in eine vergangene Zeit.
3.) Eine Erleuchtung beschert Walter Hollsteins Kein Frieden um Israel, erschienen im jüdischen Samuel Fischer Verlag. Leider nur noch gebraucht. Bei der Menschensammelei werden sogar auch noch Staatsbürger fremder Staaten entführt, wie z.B. bei der Aktion Moses, zu der kaum etwas Objektives, also aus nichtisraelischen oder verwandten Quellen zu finden ist. 1984 wurden Tausende äthiopischer Fellachen geraubt - Israelis werden sagen "gerettet" - nicht, weil sie Hilfe bedurft hätten - Israel hätte ja auch bei einem humanitären Anliegen Boat People aus Vietnam oder Katastrophenopfer von irgendwelchen Teilen der Welt einladen können, nein, sondern weil sie zufällig der vorherrschenden Konfession in Israel angehörten. Familien wurden auseinandergerissen, Kinder in Adoptivfamilien gesteckt, als Juden wurden sie akzeptiert, aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert. Siehe auch den Film Gehe hin und lebe, hier mal über ein ursprünglich christliches erzogenes Kind.
Die Fotos mit dem Müll wurden am im Frühjahr 2010 an einer "Ruhebank" - wie kann man inmitten solchen Mülls "ruhen"? - auf dem Weg am Wald zwischen Gehörlosenschule Stegen und Waldweberhof aufgenommen, Umkreis ca. 2 Meter. Dabei wurden weder die zu einschlägigem Behufe gebrauchten Taschentücher gesammelt, noch die vielen Kronkorken, noch die zahllosen Zigarettenkippen. Es waren zu viele.
Das schwarze Gummirohr oben stammt aus einer Kabelverlegung im Winter 2009, dito das braune, angebrochene, also einfach von den Arbeitern in den Wald gefeuert. Daneben sieht man - schwach - blaue Plastikkordeln zum Binden, wie sie allenthalben in der Landwirtschaft verwandt werden und überall in der Landschaft herumliegen. Eine Pest. Früher aus Hanf, Sisal oder was auch immer. Auf jeden Fall verrotteten sie.
Der Verfasser ist nun Befürworter der Todesstrafe.



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vor 25 Wochen 2 Tage